Schimmel vermeiden und Heizkosten sparen – Tipps für richtiges Lüften und Heizen

Schimmel vermeiden und Heizkosten sparen – Tipps für richtiges Lüften und Heizen

Schimmel vermeiden und Heizkosten sparen – Tipps für richtiges Lüften und Heizen


Die Lebenshaltungskosten steigen, weshalb viele Menschen sich diesen Winter im wahrsten Sinne des Wortes "warm anziehen" und die eigene Wohnung weniger beheizen. Und tatsächlich ist beim Heizen einiges Einsparungspotenzial versteckt. Doch ist auch Vorsicht geboten – denn mit dem Runterdrehen des Thermostats steigt die Gefahr von Schimmelbildung in der Wohnung. Wie können Sie dem Schimmelbefall vorbeugen und trotzdem Heizkosten sparen? Wir haben nachgefragt bei unseren Expert*innen für Immobilienmanagement.

Gestaltung: Markus Aguilera-Felkel 

Wie entsteht Schimmel?

Schimmel benötigt einen Nährboden und Feuchtigkeit. Nährböden können Holz, Tapeten, Stoffe oder Mauerputz sein. Feuchtigkeit entsteht in der Wohnung – vor allem in der Küche, wenn gekocht wird, oder im Bad, wenn geduscht oder gebadet wird. Anfällig für Schimmelbildung sind besonders Außenmauern, da hier warme Innenluft an der kalten (möglicherweise auch schlecht isolierten) Außenmauer abkühlt und kondensiert. Wenn das entstehende Wasser nicht abtransportiert wird, ist das der ideale Lebensraum für Schimmelpilze.

Richtiges Lüften beugt der Schimmelgefahr vor

Die beste Möglichkeit, um Schimmel vorzubeugen, ist, die entstandene Feuchtigkeit abzutransportieren – und zwar mittels Lüften. Wichtig ist, nicht stundenlang das Fenster zu kippen. Denn das verhindert nicht effizient genug die Schimmelbildung, sondern lässt nur die Heizkosten astronomisch ansteigen. Das Zauberwort heißt: Stoßlüften

Stoßlüften – Wie macht man es richtig?

  1. Drehen Sie den Thermostat der Heizung runter.

  2. Öffnen sie drei bis vier Mal pro Tag das Fenster für etwa zehn Minuten – und zwar komplett, nicht in Kippstellung.

  3. Öffnen Sie auch gegenüberliegende Fenster und stellen Sie einen Durchzug her.

  4. Der Luftzug transportiert nun die Feuchtigkeit nach draußen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass Ihre Wohnung mit Frischluft versorgt wird, was das Lebensgefühl steigen lässt.

  5. Schließen Sie nach 10 Minuten wieder alle Fenster und schalten Sie die Heizung ein.

Messen Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer

Um das Heizen und Lüften perfekt abstimmen zu können und um Schimmelbildung im Vorfeld zu vermeiden, schaffen Sie Fakten in Form von Messdaten der Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung. Die Luftfeuchtigkeit messen Sie mit einem Hygrometer. Es gibt mechanische und elektische Hygrometer. Messgenauer sind mechanische Geräte – diese müssen jedoch stets nachjustiert werden und sind nicht ganz so zuverlässig.

Elektrische Hygrometer sind weniger störanfällig und für den Hausgebrauch präzise genug. Diese besitzen auch noch eine Temperaturanzeige, womit sie auf einem Gerät gleich den zweiten wichtigen Parameter messen können, nämlich die Zimmertemperatur. 

💡 Wichtig: Um eine exakte Messeung zu erhalten, stellen Sie das Gerät nicht direkt neben Fenstern oder Heizkörpern auf.

 
Hygrometer lüften heizen Schutz vor Schimmel

 

Wie funktioniert ein Luftfeuchtigkeitsmesser bzw. ein Hygrometer?

Ein Hygrometer bildet den prozentuellen Anteil von Feuchtigkeit in der Raumluft ab. Je weniger Feuchtigkeit – desto niedriger der Wert. Gesundheitsexperten empfehlen eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent – bei einer Raumpemperatur von 20 bis 23 Grad. Deshalb macht es Sinn, in jedem Raum ein Messgerät aufzustellen. Diese sind im Online-Handel um ein paar Euro erwerbbar.

Gefährlich wird es bei einer dauerhaften Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Doch auch schon bei 70 Prozent gedeihen manche Schimmelpilzsorten.

💡 Zusammenfassend: Schauen Sie, dass die Luftfeuchtigkeit nicht unter 40 Prozent fällt und nicht über 60 Prozent steigt.
 

Was verursacht eine hohe Luftfeuchtigkeit?

Die Verursacher hoher Luftfeuchtigkeit sind:

⚪️ nasse Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt wurde
⚪️ Wasserdampf, der beim Baden und Duschen entsteht
⚪️ zu viele Zimmerpflanzen
⚪️ Wasserdampf, der beim Kochen entsteht
⚪️ feuchte Atemluft, die von Bewohner*innen ausgeatmet wird
⚪️ die Bausubstanz (undichte Fenster, Spalten im Mauerwerk, undichte Fassadenisolierung,...)
⚪️ ein Aquarium
⚪️ und eine zu niedrige Raumtemperatur

Weitere Tipps, um die Luftfeuchtigkeit zu senken?

Den wichtigsten und effektivsten Tipp haben wir bereits benannt: das Stoßlüften drei- bis viermal täglich

Weitere Möglichkeiten, um die Luftfeuchtigkeit zu senken, sind:
⚪️ eine Schüssel mit Reis oder Salz aufstellen
⚪️ auch Katzenstreu senkt die Luftfeuchtigkeit
⚪️ auf Vollbäder verzichten und lieber kurz duschen (das spart auch Energie)
⚪️ der Einsatz von elektrischen Entfeuchtern (kostet allerdings Strom)
⚪️ kochen Sie mit Deckel auf dem Topf

 
ideale Zimmertemperatur

Die ideale Temperatur für die Zimmer Ihrer Wohnung:

Neben der Luftfeuchtigkeit ist die Raumtemperatur ein entscheidender Faktor, um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden. Gleichzeitig können Sie Heizkosten sparen, wenn Sie Ihre Wohnung nicht überheizen.

Wie kalt und wie warm dürfen die Räume sein?

Grundsätzlich gilt: Die Zimmertemperatur sollte nicht unter 15 Grad fallen, da dadurch die Schimmelpilz-Gefahr steigt. Andererseits sollten Sie nicht über 22 Grad heizen, da das weder ihrer Geldbörse noch der Gesundheit gut tut. Wenn Sie zu hoch heizen, sinkt die Luftfeuchtigkeit. Das kann den Atemwegen schaden.

Die ideale Zimmertemperatur liegt bei:

🌡️ Wohnzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer → 20 Grad
🌡️ Badezimmer → 20 Grad
🌡️ Küche, Vorzimmer, WC → 18 Grad
🌡️ Schlafzimmer → 17 Grad

💡 Heizkosten sparen: Rund ein Viertel der Energiekosten entfallen auf das Heizen. Wenn Sie die Raumtemperatur um ein Grad senken, können Sie ungefähr 6 Prozent an Heizkosten einsparen. Ein weiterer Tipp: Stellen Sie die Heizkörper nicht mit Möbel zu bzw. mit langen Vorhängen.
 

Geschlossene Türen zwischen kühlen und geheizten Räumen reduzieren Heizkosten und vermeiden Schimmel

Ein weiterer wertvoller Tipp ist, die Türen geschlossen zu halten zwischen einem beheizten und einem unbeheizten Raum. Offene Türen verursachen einen Austausch: Kalte Luft gelangt in den beheizten Raum (das lässt die Energiekosten steigen) und feuchte, warme Luft zieht in den kühlen Raum und kondensiert dort an den kalten Wänden. → Schimmelbefall kann die Folge sein.


Wie behandeln Sie am besten einen Schimmelfleck?

Wenn Sie einen Schimmelfleck in Ihrer Wohnung bzw. Ihrem Haus ausfindig machen, können Sie diesen bis zu einer Größe von 0,5m² versuchen selbst zu behandeln. Sollte der Schimmelbefall größer sein, müsste Sie einen Professionisten bzw. Ihre Hausverwaltung kontakieren – da man der Ursache auf den Grund gehen muss, zum Beispiel ein baulicher Schaden in der (Außen-)Mauer.

Schimmelpilz entfernen Sie mit einem Anti-Schimmelspray

In Baumärkten und im Online-Shop finden Sie chemische Schimmelentferner. Diese sind in der Regel sehr effizient bei der Beseitigung – allerdings auch recht aggressiv. Es empfliehlt sich deshalb die Packungsbeilage zu lesen, um zu schauen, wie sich der Spray auf den Untergrund (zB Mauer, Tapete oder Möbel,...) auswirkt.

Neben den chemischen Schimmelentfernern gibt es auch die klassischen althergebebrachten Hausmittel: Essig, Wasserstoffperoxid oder Alkohol


Essig zur Schimmelenfernung:

Wenn Sie Essig einsetzen, nehmen Sie keinen herkömmlichen Salat-Essig, denn dieser ist nicht sauer genug. Nehmen Sie eine hochkonzentrierte Essigessenz. Essig dürfen Sie übrigens nicht auf Kalkwände auftragen, da es zu einer chemischen Reaktion kommt, die Schimmel einen zusätzlichen Nährboden bietet.

💡 Wichtig: Schützen Sie sich selbst und ziehen Sie beim Entfernen Gummihandschuhe an. Außerdem empfehlen wir einen Mundschutz, damit Sie die Schimmelsporen nicht einatmen. Nach der Behandlung des Schimmelflecks, lassen Sie die Stelle ausreichend trocknen.
 

Wie erkennen Sie, ob sich Schimmel in der Wohnung versteckt?

Es gibt Anzeichen, die Indizien dafür sein können, dass sich in Ihrem Heim ein Schimmelfleck versteckt:

⚪️ dunkle, schwarze Flecken an Wänden, in Zimmer- oder Fensterecken
⚪️ dunkle Verfärbungen an Silikondichtungen, Kästen, Wandverkleidungen, Sesselleisten, Badewanne, Toiletten-Spülkasten
⚪️ feuchte Stellen an Wänden, Decken oder Böden
⚪️ ein muffiger, feuchter Geruch in der Wohnung
⚪️ ein Wasserrohrbruch im Haus, der nicht ausreichend saniert wurde
⚪️ sind plötzlich mehr Silberfische oder Kellerasseln in der Wohnung unterwegs
⚪️ verfügt Ihr Haus über keine oder eine schadhafte Wärmedämmung
⚪️ leiden Sie vermehrt an Allergien, Reizungen der Haut, Müdigkeit, Kopfschmerzen,...
⚪️ leiden Sie ohne Ursache an schwerem Husten, Heiserkeit, Asthma oder anderen Erkrankungen der Atemwege


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Hinweis: Wir machen darauf aufmerksam, dass unser Blogbeitrag lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt.