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Der Wiener Zinshausmarkt zeigt seit 2025 wieder klar nach oben. Was das für Eigentümer:innen und Käufer:innen bedeutet, welche Objekte derzeit gefragt sind und wie sich der Markt in den kommenden Jahren verändern dürfte, erklärt Philipp Maisel, Abteilungsleiter Investment bei OTTO Immobilien, im Gespräch.
2025 hat das Transaktionsvolumen am Wiener Zinshausmarkt erstmals seit Längerem wieder die Milliardenmarke überschritten. Auch das erste Halbjahr 2026 bestätigt diesen Trend: Die Nachfrage ist spürbar gestiegen. Viele Marktteilnehmer:innen, die in den letzten beiden Jahren abgewartet haben, werden nun wieder aktiv.
Am Markt lassen sich derzeit drei Gruppen unterscheiden, die sich vor allem über die Objektgröße abgrenzen:
Zwei Einflussfaktoren stechen hervor: die Zinspolitik und das geopolitische Umfeld. Die Zinsentwicklung entscheidet direkt darüber, wie viel Fremdkapital Käufer:innen einsetzen können. Geopolitische Unsicherheiten wiederum treiben Inflationserwartungen, was tendenziell das Mietzinsniveau stützt – auch wenn gesetzliche Eingriffe wie das MILG die automatische Weitergabe an Mieter:innen zuletzt begrenzt haben.
Die stärkste Nachfrage gibt es bei voll entwickelten Renditeobjekten in den Bezirken 1 bis 9: bereits saniert, mit stabiler Mieterstruktur und ohne größere Investitionsrückstände. Verschärft wird diese Nachfrage durch einen strukturellen Bestandsrückgang: Der Marktbericht vom März 2026 erfasste 13.346 Gründerzeit-Zinshäuser in Wien – ein Rückgang von über 2.180 Objekten seit 2009. Das Angebot wird also spürbar kleiner.
Für Eigentümer:innen, die den Wert ihrer Liegenschaft nachhaltig steigern möchten, gibt es zwei funktionierende Strategien:
Mischsituationen zwischen beiden Wegen erschweren dagegen die Bewertung und schrecken Käufer:innen eher ab. Wer sich konsequent für eine Richtung entscheidet, erzielt beim Verkauf in der Regel bessere Konditionen.
Gesetzliche Rahmenbedingungen dürften den Wiener Zinshausmarkt in den kommenden Jahren am stärksten prägen. Zwei Entwicklungen stehen dabei im Zentrum:
Das Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz (MILG) hat bereits in die Mietpreisentwicklung eingegriffen. Wie die Politik künftig mit dem Spannungsfeld zwischen Eigentümer- und Mieterinteressen umgeht, bleibt eine offene Frage für alle künftigen Kalkulationen.
Gleichzeitig wird ESG zu einem handfesten Bewertungsfaktor: Objekte ohne akzeptablen energetischen Standard werden es perspektivisch schwerer haben, institutionelle Käufer:innen oder Finanzierungen zu finden. Eigentümer:innen, die jetzt in die Substanz investieren, sichern damit den Wert ihrer Liegenschaft und bleiben marktfähig.
Vor allem gesetzliche Rahmenbedingungen: das Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz (MILG) sowie die zunehmende ESG-Regulierung, die energetische Standards zu einem zentralen Bewertungsfaktor macht.
Indem sie der Liegenschaft ein klares Profil geben: entweder durch konsequente Sanierung mit MRG-konformer Vermietung, oder durch gezielte Steuerung auf einen hohen Leerstands- bzw. Befristungsgrad. Mischformen erschweren die Bewertung und wirken sich negativ auf den Verkaufspreis aus.
Welche Zinshäuser sind derzeit besonders gefragt?
Aktuell vor allem die Zinspolitik, die den möglichen Fremdkapitalanteil bestimmt, und das geopolitische Umfeld, das über Inflationserwartungen indirekt auf das Mietzinsniveau wirkt.
Vor allem drei Gruppen: Family Offices bei Objekten ab rund fünf Millionen Euro in Core-Lagen, Entwickler:innen bei Objekten mit Aufwertungspotenzial unterhalb dieser Schwelle, sowie eine wachsende Zahl an Erstkäufer:innen, die neu in das Segment einsteigen.
2025 hat das Transaktionsvolumen erstmals seit Längerem wieder die Milliardenmarke überschritten. Das erste Halbjahr 2026 bestätigt den positiven Trend mit spürbar gestiegener Nachfrage.
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