Sie befinden sich hier:

Zinshausmarktbericht Frühjahr 2016

Zinshausmarktbericht Frühjahr 2016
April 2016 Wiener Zinshausmarkt: 2015 mehr als eine Milliarde EURO Umsatz Preise teils deutlich gestiegen: „Kein Zinshaus unter Euro 1.000,−/m²“
Der Wiener Zinshausmarkt schreibt weiterhin Erfolgsgeschichte. Mit einem zu erwartenden Umsatz jenseits der Milliarden-Grenze zeichnet sich 2015 als ein Rekordjahr ab, ohne Berücksichtigung des Nachlaufs* beträgt der Umsatz mit Stichtag 15.02.2016  bereits 934 Millionen Euro. Dies geht aus dem Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht der OTTO Immobilien Gruppe, den Unternehmenschef Dr. Eugen Otto am Montag gemeinsam mit seinem Expertenteam präsentierte. Impulsgeber für die starke Entwicklung am Zinshausmarkt seien die Anhebung der Immobilienertragsteuer, günstige Finanzierungsmöglichkeiten sowie fehlende sichere Anlageformen. „Nach dem Motto ´Substanz schlägt Rendite´ nehmen viele Anleger auch geringere Erträge in Kauf“, berichtet Mag. Richard Buxbaum, Leiter der Abteilung für Wohnimmobilien und Zinshäuser.

Teils deutlich zugelegt haben seit dem ersten Halbjahr laut OTTO Immobilien die Preise außerhalb des Gürtels – allerdings mit Ausnahme der Region 10 (13., 18. und 19. Bezirk). Bei den Preisen in den Innergürtelbezirken sieht man eher Seitwärtsbewegungen bzw. einen Rückgang bei den Mindestpreisen. Der höchste Zuwachs bei den Maximalpreisen konnte in der Region 6 (10. und 11. Bezirk) mit plus 28 % verzeichnet werden. Starke Zuwächse gab es in der Region 11 (20. Bezirk) mit 21% und in der Region 8 (15. Bezirk) mit 19%, erläutert Mag. Alexander Bosak MRICS, Leiter der Abteilung Research. 

Den größten Anstieg bei den Mindestpreisen registriert Otto Immobilien in der Region 12 (21. und 22. Bezirk) mit rund 33%. In der Region 6 (10. und 11. Bezirk) sowie in der Region 8 (15. Bezirk) erhöhten sich die Mindestpreise um jeweils 25%. „Die niedrigsten Einstiegspreise sind zwar weiterhin in den Bezirken außerhalb des Gürtels zu finden, aber mittlerweile wird üblicherweise kein Zinshaus mehr unter 1.000,- Euro/m² veräußert“, so Mag. Buxbaum.

Diese aktuelle Preisentwicklung stehe auch im Zusammenhang mit dem mangelnden Angebot der Bezirke innerhalb des Gürtels, wodurch die Nachfrage außerhalb des Gürtels und hier konkret im 21. und 22. Bezirk stark angezogen hat. Und dies auch bei professionellen Anlegern, weiß Zinshausexperte Markus Steinböck: „Alte Vorurteile von sogenannten guten oder schlechten Bezirken lösen sich sukzessive auf, immer wichtiger wird das einzelne Grätzel und dabei auch die öffentliche Verkehrsanbindung.“
 
Zinshauskäufer: Private und Religionsgemeinschaften immer stärker
Weitere interessante Details der Auswertung von Otto Immobilien: Privatpersonen waren mit rund 35% bei den Käufen und 55% bei den Verkäufen diesmal besonders stark vertreten, umsatzmäßig blieben aber die Verhältnisse nahezu unverändert. Fast 80 Prozent des Vorjahres-Transaktionsvolumens sind käuferseitig den Unternehmen zuzuschreiben, gefolgt von der Gruppe der Privatpersonen mit 12%. Auf Verkäuferseite wurden 57 % des Transaktionsvolumens von Unternehmen erzielt, knapp 38% waren Privatpersonen zuzuschreiben. Die Gruppe der Sonstigen repräsentierte 5 % des Transaktionsvolumens. Hervorzuheben bei den Unternehmen sind diesmal die Versicherungen, die auf Verkäuferseite im Vorjahr einen Anteil von 7% und auf Käuferseite 5% am Gesamtvolumen ausmachten. Erwähnenswert bei den Käufern waren außerdem noch bei der Gruppe der „Sonstigen“ die Privatstiftungen und Religionsgemeinschaften. Gemeinsam machten sie einem Anteil von 7% am Transaktionsvolumen aus.
Bei den Preiskategorien betrafen fast 90 Prozent der Transaktionen  Immobilien bis EUR 5 Mio., der Anteil der Transaktionen mit höheren Volumina hat sich im Vergleich zum Jahr 2014 von 10 Prozent auf 13 Prozent erhöht.  Unverändert lag laut Otto Immobilien fast jede zweite Transaktion im Vorjahr in einer Bandbreite zwischen EUR 1 Mio. und EUR 2,5 Mio., betonte Markus Steinböck.

Als Quellen für den ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht dienten neben eigenen umfangreichen Recherchen die Eintragungen im öffentlichen Grundbuch, der Kaufvertragsspiegel von IMMOunited, der Kulturgüter-Kataster der Stadt Wien, Daten der Statistik Austria sowie der MA 5. Erhoben wurde für den vorliegenden Zinshausmarkbericht wieder der gesamten Bestand der klassischen Wiener Gründerzeit-Zinshäuser. Mag. Alexander Bosak  MRICS, Leiter der Abteilung Research: „Demnach waren mit Stichtag 15.2.2016 in Wien  14.670 Gründerzeit-Zinshäuser nach der von uns entwickelten Methodik vorhanden. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist nach wie vor die Begründung von Wohnungseigentum, Abrisse finden erfreulicherweise selten statt.“


*Nachlauf: sind jene Transaktionen, die erst nach der Erhebung für diesen Marktbericht im elektronischen Grundbuch zur Verfügung stehen, aber noch das Jahr 2015 betreffen.