Meidling - 8 Gründe für das Leben & Wohnen im Zwölften

Kaum ein Wiener Bezirk ist so vielfältig in seinen Quartieren wie der 12. Wiener Gemeindebezirk: vom mondänen Hetzendorf zum teilweise noch dörflich-geprägten Altmannsdorf bis hin zu den dicht verbauten Arbeiter-Vierteln Unter-Meidlings und Ober-Meidlings. Wir haben den 12. Bezirk hinsichtlich Wohn- und Lebensqualität unter die Lupe genommen.
 

8 Gründe, die den Zwölften lebenswert machen:

Lange Zeit hatte Meidling den Ruf eines eher heruntergekommenen Arbeiterbezirks. Doch diese Zeiten haben sich geändert. Wem das Naschmarkt-Viertel bereits zu viel bobo und schickimicki ist, dem empfehlen wir das aufstrebende hippe Grätzel rund um den Meidlinger Markt. Dort wo das Meidlinger "L" noch richtig schön gerollt wird ...
 

Grund 1 – der Bezirk mit dem berühmten Meidlinger "L"


Es gibt ganz ur-wienerische Institutionen, die typisch sind für diese Stadt und sie weit über die Grenzen hin bekannt machen: wie die Ottakringer Brauerei mit dem "Gold-Fassl", die Manner-Schnitten aus Hernals oder das Hotel Sacher mit seiner berühmten Schokolade-Torte.

Meidling kann am kulinarischen Sektor mit keiner Tradition aufwarten - doch es hat einen eigenen Dialekt. Und das macht es zu einem Unikum in der Stadt.

Das berühmte Meidlinger "L" sollen einstmal tschechische Arbeiter*innen aus Böhmen und Mähren importiert haben. Diese sogenannten "Ziegelbehm" wanderten im 19. Jahrhundert zu und verdienten ihr Geld als Dienstboten und Handwerker - aber vor allem als Arbeiter in den Ziegelfabriken am Wienerberg. (Der Ziegel-Bedarf war aufgrund der Errichtung der Wiener Ringstraße zu dieser Zeit enorm.)

Wem die Wiener Stadt-Geografie einigermaßen bekannt ist, der erkennt sofort, dass der Wienerberg nicht in Meidling liegt, sondern in Favoriten.

Warum spricht man vom Meidlinger "L" und nicht vom Favoritner "L"?


Zum einen wohnten tatsächlich viele tschechische Zuwanderer auch in den Arbeiterquartieren des 12. Bezirks, da dieser an den 10. Bezirk grenzt.

Zum anderen besitzt Favoriten ganz einfach kein "L" im Namen - womit die Geschichte nur der halbe Witz wäre. Im Wort Meidling hingegen sitz das "L" wunderbar in der Mitte und lässt sich ganz genüsslich betonen.
 

Grund 2 – der Meidlinger Markt


Wien und seine Märkte - auch das ist typisch für diese Stadt. Und es ist auch eine Blaupause für ihre Entwicklung. Es sind die Märkte, die oft Ausgangspunkt für die Renaissance eines Grätzels sind, wie zB der Naschmarkt, der Yppenmarkt oder der Karmelitermarkt.

Jeder Markt ist auch ein Spiegelbild des Bezirks. Wer sich in einem Grätzel eine Wohnung kaufen möchte, dem sei ein Besuch des örtlichen Markts empfohlen.

Der Meidlinger Markt spiegelt das wieder, was den 12. Bezirk gerade ausmacht - eine Verbindung von traditioneller und innovativer Lebensart.

Neben klassischen, alteingesessenen Ständen und Lokalen, gibt es zum Beispiel den Feinkost-Laden Anna am Meidlinger Markt - bekannt für sein reichhaltiges Sortiment an Kaffee, Käse oder Brot.

Wer ausgezeichnete vietnamesische Küche genießen möchte, dem sei das Saigon-Bistro empfohlen. Das Lokal mit seiner grünen Fassade und roten Schrift ist ein kulinarisches Highlight der asiatischen Küche in Wien - der Schreiber dieser Zeilen hat es persönlich getestet.

Lecker-Mäulchen dürfen sich nicht die kleine Konditorei Hüftgold entgehen lassen, die aus Bio-Produkten wunderbaren Bienenstich oder Variationen von Streuselkuchen zaubert.
 

Grund 3 – das Wirtschaft am Markt


Im Sommer 2019 eröffnet, ist die Wirtschaft am Markt ein Feinschmecker-Lokal, das den Gaumen jubilieren lässt. Chefin der Küche ist Heidi Ratzinger (vormals Neuländtner).

Neuländtner kochte zuvor im Knappenhof im Voralpenland
und hatte wiederum davor bei Christian Petz und Harald Brunner gelernt,
was Wiener Küche ausmacht und wie man sie jung halten kann.
(Zitat: Gault&Millau)

Neben ausgezeichnetem Essen werden auch exquisite Weine aus den Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark kredenzt.
 

Grund 4 – das Theresienbad

Das Theresienbad ist eines der ältesten Bäder Wiens - vielleicht sogar das älteste. Schon in der Römerzeit genossen die Menschen die schwefelhaltigen Quellen.

Im 17. Jh. wurde an dieser Stelle das Meidlinger Schoss errichtet, das Erzherzogin Maria Theresia 1764 erwarb und ein Kurbad einbauen ließ, das anfangs nur dem Wohlbefinden der kaiserlichen Familie diente. Ab 1782 war das Bad allen Wiener*innen zugänglich und erfeute sich großer Beliebtheit.

1822 sanierte und vergößerte der neue Besitzer, Josef Michael Freiherr von Ehrenfels, das Bad und benannte es "Theresienbad" - als Erinnerung an die ehemalige Besitzerin.

1902 wurde das Meidlinger Schloss samt Kurbad geschliffen. Ein Stück weiter östlich wurde ein neues Theresienbad errichtet. Dieses speiste seinen Wasserbedarf fortan nicht mehr aus den schwefelhaltigen Quellen, sondern aus der 1. Wiener Hochquell-Wasserleitung.

Das Badehaus wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört. Das Sommerbad konnte jedoch weiterbetrieben werden. Dieses wurde in den 1960er Jahren mit einer Halle überbaut - womit das Theresienbad auch in der kalten Jahreszeit wieder besucht werden konnte.

1976 wurde im Outdoor-Bereich ein neues Freiluftbecken errichtet.
 

Grund 5 – die Meidlinger Hauptstraße


Die Meidlinger Hauptstraße ist die pulsierende Einkaufsmeile des 12. Wiener Bezirks. Sie erstreckt sich von einer U-Bahn zur nächsten - nämlich von der U4-Station "Meidlinger Hauptstraße" bis zur U6-Station "Meidling - Philadelphiabrücke". Womit eines sicher gestellt ist - der "Zwölfte" verfügt über eine exzellente Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz mit U-Bahnen, Schnell-Bahnen, Fernverkehr, der Badner Bahn und zahlreichen Bus- und Straßenbahn-Linien.

Startet man am Bahnhof Meidling wird die Einkaufstraße von einem großen Einkaufszentrum flankiert - der Arcade Meidling. Während Einkaufszentren oftmals in Konkurrenz zu Einkaufsstraßen stehen, hat die Errichtung der "Arcade" auch der angrenzenden Meidlinger Hauptstraße zu einem weiteren Aufschwung verholfen. 

Begonnen hat der Aufschwung bereits in den 1990er Jahren. 1989 wurde im Zuge der Erweiterung der U6 die Straßenbahn-Linie 8 stillgelegt - damals sehr unter Protest der örtlichen Bevölkerung. Daraus hat sich allerdings die Möglichkeit ergeben, die Meidlinger Hauptstraße in eine Fußgängerzone umzubauen, die zum Flanieren und Verweilen einlädt.
 

Grund 6 – das Meidlinger Platzl







 

Grund 7 – die Kult_disco U4


falco
 

Grund 7 – Meidling und seine Schlösser

Kaum zu glauben, aber Meidling ist einer der Bezirke mit der höchsten Schlösser-Dichte Wiens. Zählt man das eigentlich in Hietzing befindliche - aber immerhin mit dem Meidlinger Tor versehene - Schloss Schönbrunn dazu wären es sogar vier an der Zahl - ohne Schönbrunn sind es immerhin drei.

Hinzu kommen ehemalige Schlösser, wie das bereits erwähnte Meidlinger Schloss. Grund für die Dichte dürfte in der Nähe zum kaiserlichen Schloss Schönbrunn und in den warmen Quellen liegen.



Schloss Hetzendorf

Schloss Altmannsdorf

Springer-Schlössl


Schloss Schönbrunn

Auch wenn sich das Weltkulturerbe eigentlich auf Hietzinger Bezirksgründen liegt, ist es auch für die Bewohner*innen des 12. Bezirks ein wichtiges und beliebtes Naherholungsgebiet.

Ein Highlight an heißen Sommertagen ist das Schönbrunner Bad - am schnellsten erreichbar durch das Meidlinger Tor. Das einstige Bundesbad erlebt als Privatbad eine Renaissance. Es ist das einzige Wiener Bad, das bis 22 Uhr geöffnet hat.

Grund 8 – Wohnen im Zwölften – wir haben die passenden Wohnungen



10:30 bis 12:30

13 bis 14:15