Ivo und Vivian-Thomas Wabitsch, Eigentümer des Immobilieninvestors vivoreal, im Interview

Ivo und Vivian-Thomas Wabitsch, Eigentümer des Immobilieninvestors vivoreal, im Interview

„Hohe Zinsen haben extrem starken Einfluss auf Immobilieninvestitionen“

Die Brüder Ivo und Vivian-Thomas Wabitsch sind Eigentümer des erfolgreichen Immobilieninvestors vivoreal GmbH. Im Interview sprechen sie über den veränderten Zinshausmarkt, den erfolgreichen Umbau von Büros in Wohnungen und die Auswirkungen von steigenden Zinsen und hoher Inflation auf die Immobilienbranche.

⚪️ Dipl. Ing. Ivo Wabitsch | Eigentümer vivoreal GmbH
⚪️ Vivian-Thomas Wabitsch, MA | Eigentümer vivoreal GmbH
⚪️ Dipl.-Kfm. Christoph Lukaschek, MBA MRICS | Abteilungsleiter Investment OTTO Immobilien
⚪️ Mag. Georg Kretschmer, MSC MRICS | Teamleiter Capital Markets OTTO Immobilien

Fotos: Christian Steinbrenner

Christoph Lukaschek:
vivoreal ist als Immobilieninvestor im großvolumigen Wohn- und Gewerbesegment aktiv. Sie sind Brüder und gemeinsame Eigentümer des Unternehmens. Wie haben Sie die Aufgaben untereinander aufgeteilt?

Ivo Wabitsch:
Ich befasse mich mit dem Bauprojektmanagement und Facilitymanagement.

Vivian-Thomas Wabitsch:
Ich bin für Einkauf, Finanzierung und Verwaltung zuständig.

Christoph Lukaschek:
Seit wann gibt es vivoreal und wie kam es zur Gründung?

Vivian-Thomas Wabitsch:
Unser Vater und unser Onkel waren Zinshaus-Pioniere. Mitte der 1980er-Jahre haben sie angefangen, Zinshäuser zu kaufen und zu entwickeln. 2015 wollte unser Vater uns stärker ins Unternehmen einbinden und hat uns mit Verwaltungsaufgaben betraut: Vermittlung von Wohnungen, Hausverwaltungs- und Bauthemen. Das haben wir mit einer eigenen Gesellschaft gemacht, eben mit vivoreal. Schon ein Jahr später ergaben sich erste Investitionsmöglichkeiten. 2016 war es ein Zinshaus im 16. Bezirk: relativ klassisch, 1.000 m², ganz gut vermietet, gute Lage. Ein halbes Jahr später haben wir den zweiten Ankauf getätigt. Und über die Jahre wurden die Geschäfte immer größer. Die überdimensional ansteigenden Kaufpreise für Zinshäuser haben uns schlussendlich aber aus dem Wohn- und Zinshausmarkt weitgehend hinausgedrängt. Wir sind in den Büro- und Hotelbereich gewechselt, wo unser Vater kaum Erfahrung hatte. Das Know-how dazu haben wir uns selbst angeeignet.

Ivo Wabitsch:
Die Geschäfte florieren. vivoreal ist in den vergangenen Jahren sehr stark gewachsen – fast eine Verdoppelung jedes Jahr. Wir sind immer besser eingebettet, haben ein größeres Netzwerk und können dadurch mehr und umfangreichere Geschäfte machen.

Christoph Lukaschek:
Das heißt, Sie sind jetzt mehr auf der Gewerbeschiene unterwegs?

Vivian-Thomas Wabitsch:
Genau. Bei Zinshäusern gibt es seit sechs oder sieben Jahren keine Rendite mehr. Wir haben deshalb verstärkt auf Büros gesetzt. Wo es Leerstände gab, haben wir Büros dann in Wohnungen umgebaut. Das ist jetzt unser Hauptfokus. Die meisten Zinshäuser, die angeboten werden, schauen wir uns gar nicht mehr an.

Christoph Lukaschek:
Ihr Interesse kommt also aus der Familie, Sie haben aber neue Wege eingeschlagen?

Vivian-Thomas Wabitsch:
Ich habe schon sehr früh entschieden, eine einschlägige Ausbildung zu machen. Über unseren Vater haben wir früh Einblicke in das Geschäft bekommen. Er hat uns immer unterstützt, kleine Aufgaben übernehmen und eigene Ideen ausprobieren lassen. Das ist nicht selbstverständlich. Manche Ideen sind gut, manche schlecht. Das gehört dazu. Dass wir sie prüfen durften, war sicher sehr wichtig für unsere Erfolgsgeschichte.