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ZHMB Frühjahr 2017

ZHMB Frühjahr 2017
März 2017 Wiener Zinshausmarkt 2016 wieder an der Milliarden-Grenze Knappes Angebot: Preise außerhalb des Gürtels deutlich gestiegen
Der Wiener Zinshausmarkt ist weiter auf Erfolgskurs. Mit einem bisher verbücherten Umsatz von 911 Mio. Euro war das Transaktionsvolumen im Vorjahr zwar etwas geringer als 2015, wird aber inklusive Nachlauf* wieder die Milliarden-Grenze überschreiten. Ausschlaggebend dafür waren einige größere Verkäufe vor allem in der Wiener Innenstadt, wo fast ein Viertel des Transaktionsvolumens getätigt wurde. Dies ist eine Kernaussage aus dem Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht der OTTO Immobilien Gruppe (Frühjahrsausgabe), den Unternehmenschef Dr. Eugen Otto am Montag gemeinsam mit seinem Expertenteam präsentierte.

Das Angebot an Häusern ist weiterhin knapp, die Suche nach guten Objekten gestalte sich bereits fast wie jene „nach dem Schatz im Silbersee“ formulierte es Ing. Thomas Gruber, Teamleiter Zinshäuser bei Otto Immobilien. Und dies führe in einigen Bezirken Wiens, vor allem in den Regionen außerhalb des Gürtels, zu deutlichen Preissprüngen bei den Mindestpreisen. So etwa im 10. und 11. Bezirk, wo die Mindestpreise um 20 % anstiegen. Ebenfalls starke Zuwächse gab es in der Region 9 (16. und 17. Bezirk) mit 18 % und in der Region 7 (12., 14. und 23. Bezirk) mit 14 %. „Die einzige größere Erhöhung der Mindestpreise innerhalb des Gürtels wurde in der Region 5 (8. und 9. Bezirk) mit einer Steigerung von 15 % verzeichnet“, so Mag. Richard Buxbaum, Leiter der Abteilung für Wohnimmobilien und Zinshäuser.

Generell sind die Maximalpreise auf hohem Niveau stabil geblieben, heißt es im Zinshaus-Marktbericht weiter. In der Region 6 (10. und11. Bezirk), den Regionen 3 (3. und 4. Bezirk) und 12 (21. und 22. Bezirk) wurden leichte Zuwächse mit jeweils 8,3 %, 5,9 % und 5,3 % verzeichnet, betonte Buxbaum.
Stabil bis leicht sinkend präsentieren sich auch die aktuellen Renditen: Anleger können derzeit mit Maximalrenditen zwischen 2,9 % in der Region 1 (1. Bezirk) und 4,6 % in der Region 12 (21. und 22. Bezirk) rechnen. Die Spitzenrendite  für das beste Objekt in der besten Innenstadtlage - sie entspricht der Mindestrendite im ersten Bezirk - bleibt mit 1,2 % unverändert.

Bei den Preiskategorien zeigt sich neuerlich: Jede zweite Transaktion des Vorjahres lag in der Kategorie von 1,0 Mio. Euro bis 2,5 Mio. Euro. „Fast 90 % der Verkäufe betrafen Immobilien bis 5 Mio. Euro, wobei die Übertragung von ganzen Häusern wieder deutlich gestiegen ist“, erklärte Ing. Gruber. Knapp 69 % der im Jahr 2016 getätigten Transaktionen sind demnach dieser Gruppe zuzuordnen. Im Vergleich zu 2015 bedeutet dies eine Steigerung von 13 %-Punkten.

Zinshauskäufer: Unternehmen werden immer stärker
Weitere interessante Details der Auswertung von Otto Immobilien: Bei den Käufern dominierte zuletzt klar die Gruppe der Unternehmen, sie wird aber auch auf Verkäuferseite immer stärker. So gingen im Vorjahr knapp 70 % aller Käufe sowie 45 % aller Verkäufe von Unternehmen aus. Konkret waren das + 10 %-Punkte bei den Käufen und + 4 %-Punkte bei den Verkäufen.
Als Quellen für den ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht dienten neben eigenen umfangreichen Recherchen die Eintragungen im öffentlichen Grundbuch, der Kaufvertragsspiegel von IMMOunited, der Kulturgüter-Kataster der Stadt Wien, Daten der Statistik Austria sowie der MA 5. Mag. Alexander Bosak MRICS, Leiter der Abteilung Immobilien Research: „Mit Stichtag 15.2.2017 waren in Wien  nur noch 14.547  Gründerzeit-Zinshäuser nach der von uns entwickelten Methodik vorhanden. Seit 2009 ist der Bestand damit um mehr als 6 % gesunken“. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist nach wie vor die Begründung von Wohnungseigentum, so Bosak.
 
 
*Nachlauf: sind jene Transaktionen, die erst nach der Erhebung für diesen Marktbericht im elektronischen Grundbuch zur Verfügung stehen, aber noch das Jahr 2016 betreffen.