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Erster Wiener Zinshausmarktbericht: Preise weiter hoch, Renditen stabil

Erster Wiener Zinshausmarktbericht: Preise weiter hoch, Renditen stabil
April 2015 2014: Umsatz deutlich niedriger - höhere Nachfrage von Versicherungen und Privatstiftungen
Vereinzelt leicht steigende Preise, stabile Renditen, eine geringere Anzahl an Transaktionen: Das sind kurz gefasst einige Ergebnisse des Ersten Wiener Zinshaus-Marktberichtes der Otto Immobilien Gruppe, den Unternehmenschef Dr. Eugen Otto am Dienstag gemeinsam mit seinem Expertenteam präsentierte. Für das Vorjahr ergibt sich demnach eine ruhige Entwicklung, mit bis jetzt knapp 600 Mio. Euro. Dieses vorläufige Ergebnis berücksichtigt allerdings noch nicht den Nachlauf*, der in den vergangenen Jahre durchschnittlich jeweils rund EUR 130 Mio. betrug.  „Wir können daher vorsichtig davon ausgehen, dass  im Jahr 2014 ein Transaktionsvolumen von  über EUR 700 Mio. erreicht wurde“, so Zinshaus-Experte Markus Steinböck bei der Pressekonferenz.
Auf hohem Niveau haben sich 2014 demnach die Preise etabliert. Die niedrigsten Einstiegspreise sind weiterhin außerhalb des Gürtels mit rund  EUR 750,- pro m² zu finden. Für ein Gründerzeit-Zinshaus bzw. einen Anteil davon innerhalb des Gürtels sind hingegen zumindest EUR 1.330,- pro m²  zu investieren. Als bemerkenswert sieht man die Entwicklung im ersten Bezirk, wo die Spitzenpreise seit dem ersten Halbjahr 2014 um immerhin rund 6 Prozent anstiegen, während sie im 8., 9., oder 15. Bezirk sanken.
Jedes zweite Haus in der Kategorie bis EUR 2,5 Mio. – Trend zum Kauf ganzer Häuser
Sehr stabil  sind die aktuellen Renditen: derzeit können Anleger mit Renditen von mindestens 1,5 Prozent in der Wiener Innenstadt und maximal 5,8 Prozent im 10. und 11. Bezirk rechnen. Lediglich in drei Regionen verzeichnen die Experten von Otto Immobilien leichte Veränderungen. Dies sei „ein weiteres Indiz, dass der Wiener Zinshausmarkt mit seinen nachhaltigen und inflationsgeschützten Renditen weiter zu den stabilsten Segmenten gehört“, so  Mag. Richard Buxbaum, Leiter der Abteilung für Wohnimmobilien und Zinshäuser. Untersucht wurden auch wieder die einzelnen Preiskategorien, und hier zeigt sich: fast 90 Prozent der Transaktionen betrafen Immobilien bis EUR 5 Mio., der Anteil der Transaktionen mit höheren Volumina hat sich deutlich verringert. „Fast jede zweite Transaktion im Vorjahr lag in einer Bandbreite zwischen EUR 1 Mio. und EUR 2,5 Mio. und diese Kategorie legte im Vergleich zu 2013 weiter deutlich zu“, betonte Studienautor Mag. Alexander Bosak MRICS, der noch eine andere Entwicklung beobachtet: der Trend zum Kauf ganzer Wiener Gründerzeitzinshäuser setzt sich weiter fort.
Wer waren nun zuletzt die Käufer, wer die Verkäufer am Markt? Diese Frage haben die Researcher von Otto Immobilien ebenfalls wieder im Detail ausgewertet: demnach drängen Unternehmen zunehmend stärker auf den Zinshausmarkt, seit 2008 hat sich ihr Anteil auf Käuferseite fast verdoppelt. Im Vorjahr gingen 77 Prozent des Transaktionsvolumens in den Besitz von Unternehmen, wobei vor allem Versicherungen immer stärker als Käufer vertreten sind. Bemerkenswert sei auch, dass etwa Gebietskörperschaften oder Privatstiftungen im Vergleich zum Vorjahr um 6%-Punkte zulegten.
 
Buxbaum: Nachfrage – auch aus dem Ausland - weiterhin hoch
Die Attraktivität des Wiener Zinshauses als sichere Anlage wird – auch angesichts des stabilen politischen und wirtschaftlichen Umfeldes in Wien - weiter anhalten,  so Mag. Richard Buxbaum. „Selbst ausländische Investoren haben sich mehr und mehr  mit dem ´Wiener Zinshaus´ vertraut gemacht und schätzen die Vorzüge dieses Investments, wobei auch die rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit keine große Hürde mehr darstellen“, erklärte Buxbaum.
Als Quellen für den ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht dienten wie in den Vorjahren neben eigenen umfangreichen Recherchen die Eintragungen im öffentlichen Grundbuch, der Kaufvertragsspiegel von IMMOunited, weiters der Kulturgüter-Kataster der Stadt Wien, Daten der Statistik Austria sowie der MA 5. Erhoben wurde für den vorliegenden Zinshausmarkbericht wieder der gesamten Bestand der klassischen Wiener Gründerzeit-Zinshäuser. Mag. Alexander Bosak  MRICS, Leiter der Abteilung Research: „Demnach waren mit Stichtag 31.12.2014  in Wien  noch rund 14.790 Gründerzeit-Zinshäuser nach der von uns entwickelten Methodik vorhanden. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist nach wie vor die Begründung von Wohnungseigentum, Abrisse finden erfreulicherweise selten statt.“ Die hohe bauliche Qualität der Gründerzeit machte viele der alten Zinshäuser gut sanierbar – auch dies sei ein Beweis für die Nachhaltigkeit dieser Gebäudeklasse, heißt es bei Otto Immobilien.
 *Unter Nachlauf verstehen wir alle Transaktionen, die erst nach dem Zeitpunkt der Erhebung( hier bis nach dem 15.02.2015) im elektronischen Grundbuch zur Verfügung stehen, aber das Jahr 2014 betreffen. Ein seriöser Vergleich ist zum jeweiligen Zeitpunkt  nur ohne Nachlauf zu bewerkstelligen.