Sie befinden sich hier:

Wiener Büromarkt

Wiener Büromarkt
Mai 2017 Wiener Büromarkt: Mehr neue Flächen, weniger Vermietungen Nach BREXIT und Co: Höhere Nachfrage aus dem Ausland - Otto Immobilien präsentiert Büro- und Investmentmarktbericht
Am Wiener Büromarkt zeichnet sich eine Trendwende ab: Nach Jahren sinkender Neubauleistung wird diese heuer sowie auch 2018 deutlich steigen. Zu diesem Schluss kommt die Wiener Otto Immobilien Gruppe in ihrem aktuellen Büro- und Investment- marktbericht, den Firmenchef Dr. Eugen Otto am Dienstag gemeinsam mit seinem Expertenteam präsentierte. Konkret erwartet man für heuer 150.000 m² an neuen Flächen, wobei mehr als die Hälfte bereits vorvermietet oder eigengenutzt sind. Besonders gefragt dabei: die Submärkte Hauptbahnhof sowie Prater/Lasallestraße. Weniger stark als 2016 zeigt sich hingegen der Vermietungsmarkt, heißt es im 33. Büro- und Investmentmarktbericht von Otto Immobilien.

Die Vermietungsleistung im ersten Quartal 2017* lag um 57 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit haben sich die Erwartungen für das traditionell starke erste Quartal nicht erfüllt. „Wir gehen aber von einem guten zweiten Quartal aus, wenn noch ausstehende größere Vermietungen abgeschlossen werden“, betonte Mag. Alexander Bosak MBA MRICS, Leiter der Abteilung Immobilien Research. Insgesamt erwartet Otto Immobilien für heuer eine gegenüber dem Vorjahr geringere Vermietungsleistung von 240.000 m² für moderne Flächen laut Vienna Research Forum (Gesamtmarkt 300.000 m²). Gleichzeitig sieht man für den Bürostandort Wien auch neue positive Signale: „Derzeit fragen besonders viele ausländische Unternehmen und Institutionen Flächen nach - offenbar aufgrund der weltpolitisch angespannten Lage“, berichtet Mag. Alexander Fenzl, Leiter des gewerblichen Maklerteams.

Stabil präsentieren sich im ersten Quartal 2017 die Durchschnittsmieten für moderne Büroflächen, die sich aktuell bei EUR 13,75 pro m² und Monat befinden. Absolute Spitzenwerte von 25,75 Euro pro m2 und Monat werden laut Otto Immobilien innerstädtisch in Gebäuden mit Top-Standard erzielt. Wien liegt damit laut Knight Frank im internationalen Vergleich im unteren Drittel vor Prag, Budapest und Warschau.
 
 
*Mit der Umstellung auf den neuen Standard des Vienna Research Forums (VRF) sind nun erstmals auch Quartalsvergleiche für die acht großen Bürostandorte Wiens möglich.
 

Die Leerstandsquote, für die ebenfalls wieder die Kriterien des Vienna Research Forums herangezogen wurde, blieb im ersten Quartal 2017 mit 5,5 Prozent unverändert. Bis zum Jahresende könnte dieser Wert allerdings leicht auf über 6 Prozent steigen, betonte Mag. Fenzl.
 
Zertifizierung immer wichtiger – Coworking-Spaces im Trend
Interessante Entwicklungen sieht man bei Otto Immobilien auch für sogenannte Coworking Spaces. Dabei werden Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zeitlich befristet zur Verfügung gestellt und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft („Community“), die auch mit gemeinsamen Veranstaltungen gestärkt werden kann. „Ein adäquates, großflächiges Angebot in attraktiven Lagen Wiens bietet nun erstmals der Betreiber weXelerate im Stilwerk im zweiten Bezirk und auch Talent Garden plant die Eröffnung eines großen Standorts“, so Mag. Fenzl. Dass die Zertifizierung eines Gebäudes bei der Auswahl eines Objektes immer wichtiger wird, belegt man bei Otto Immobilien mit Zahlen: „So gut wie alle Büroobjekte, die 2017 und 2018 fertiggestellt werden, streben eine Gebäudezertifizierung wie DGNB, LEED oder BREEAM“, berichtet Mag. Alexander Bosak.

Gute Stimmung sieht Otto Immobilien weiterhin für den Investmentmarkt, der 2017 laut Investmentexpertin Lene Kern M.A. bei den gewerblich genutzten Immobilien ein Volumen von rund 3 Mrd. Euro erzielen dürfte. Konkret wurden im heurigen ersten Quartal 570 Millionen Euro umgesetzt, 61 Prozent davon für Büroimmobilien, ein Drittel für Retailprojekte. Die zuletzt noch boomenden Hotelimmobilien liegen aktuell bei nur 3 Prozent. Für TOP-Büroobjekte sieht man die Spitzenrenditen in Wien derzeit bei 4,00 Prozent, im Vorjahr waren es noch 4,4 Prozent. Seit Herbst 2016 seien Preissteigerungen in Höhe von knapp 6 Prozent zu beobachten. „Das Angebot an attraktiven Immobilien in etablierten städtischen Lagen, die sich in der Nachvermietung bereits bewähren konnten, ist weiterhin knapp“, so Abteilungsleiter Investment Dkfm. Christoph Lukaschek MBA, MRICS.