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Wiener Büromarkt stabil

September 2013 Fünf Jahre nach Finanzkrise: Wiener Büromarkt stabil, ab 2014/15 Flächenangebot dramatisch rückläufig
Fünf Jahre nach Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt sich der Wiener Büromarkt überraschend stabil: Die Talsohle sei durchschritten, mit konstanten Nominalmieten und  Renditen sowie einer international verglichen niedrigen Leerstandsrate präsentieren sich die wichtigsten Indikatoren traditionell unauffällig und schwankungsarm. Nur am Investmentmarkt sei die Krise noch zu spüren, heißt es im aktuellen Büromarktbericht der Otto Immobilien Gruppe, den Firmenchef  Dr. Eugen Otto am Montag gemeinsam mit seinem Team präsentierte.

Mit 240.000 m² lag die Vermietungsleistung heuer ebenfalls unter den Erwartungen, so die Studie weiter. Durch die Nationalratswahlen im September seien viele aktive Flächengesuche öffentlicher Mieter auf die Zeit nach der Wahl verschoben worden und könnten im ersten Halbjahr 2014 zu einer höheren Vermietungsaktivität führen.

Das Angebot an neuen Flächen liege bei 140.000 m² und sei ebenfalls  deutlich niedriger als prognostiziert, betonte Büromarktautorin  Martina Paukner M.A. „Im kommenden Jahr wird dieser Wert mit 100.000 m² rekordverdächtig tief liegen, wobei nach unseren Recherchen bereits  75% der neuen Objekte vorvermietet sind.“

 
Ab 2014/2015 wird´s eng: Flächenangebot historisch niedrig

Diese gedrosselte Neubauleistung wird Ende 2014/2015 zu einem historisch geringen Flächenangebot führen, warnte Mag. Alexander Fenzl, von Otto Immobilien Gewerbe. Mietinteressenten sollten daher bis dahin noch die Gunst der Stunde nützen, ebenso Projektenwickler und Investoren. „Erst in den Jahren 2016 und 2017 schließt sich dieses Zeitfenster, wenn etwa am Haupt- und Nordbahnhof  große Flächen auf den Markt kommen“, betonte Fenzl.

Die Mietpreise präsentieren sich laut Otto Immobilien weiterhin moderat: mit durchschnittlich 12,50 netto pro m² und Monat bzw. mit einer Spitzenmiete von 24,50 netto pro m² und Monat.
Die Leerstandsrate am heimischen Büromarkt ist auch im europäischen Vergleich immer noch sehr niedrig, wie die aktuellen Erhebungen von Knight Frank zeigen:  mit nur 6,6 Prozent liegt Wien am positiven letzten Platz, an der „Spitze“ rangieren Dublin mit 20,9 Prozent  oder Amsterdam mit Prozent 17,4 Prozent an Leerstand. „Im kommenden Jahr ist nach unseren Recherchen in Wien aufgrund des hohen Vorverwertungsgrades der Neubauprojekte erstmals wieder ein Rückgang möglich“, so Paukner.

Der Investmentmarkt blieb 2013 mit einem Transaktionsvolumen  von 1,6 Mrd. Euro hinter den Erwartungen zurück. Viele Investoren zeigten sich deutlich vorsichtiger, Ankaufsprozesse dauerten aufgrund ausführlicher Due Diligence länger als etwa noch vor 2008, berichtet Martina Paukner. Die Nachfrage konzentriere sich vor allem auf Top-Büroobjekte, für Core-Objekte in Toplagen seien Renditen von 5,25 Prozent, für durchschnittliche Lagen Renditen von 6 Prozent zu erreichen.