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Marktbericht Zinshaus

Marktbericht Zinshaus
Mai 2013 Sehr geehrte Damen und Herren! Es war ein auffallend starkes Zinshausjahr 2012, auf das ich in dieser Ausgabe des Ersten Wiener Zinshausmarktberichtes mit Ihnen zurück blicken darf: Das gesamte Transaktionsvolumen lag, ohne Berücksichtigung des Nachlaufes*, bei 829 Mio. Euro und war damit um 14 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2011. Es handelt sich nach unseren Recherchen damit um das höchste umgesetzte Transaktionsvolumen der letzten 5 Jahre. Vor allem im ersten Halbjahr 2012 haben unsere Experten außerordentlich hohe Umsätze am Markt registriert, dies eindeutig aufgrund der gesetzlichen und steuerlichen Änderungen durch das Stabilitätsgesetz.
  • Wer waren nun zuletzt die Käufer am Markt? Mehr als die Hälfte der Transaktionen wurden nach unseren Erhebungen von Unternehmen getätigt, wobei wir eine verstärkte Nachfrage bei Versicherungen und Projektenwicklern registrieren. Nach wie vor hoch ist auch das Interesse von Privatstiftungen und professionellen privaten Investoren. Und auch die internationale Nachfrage ist stärker denn je, speziell aus Russland, Bulgarien, Deutschland und der Schweiz verzeichnen unsere Experten vermehrtes Interesse. Nicht zuletzt weckt die aktuelle Finanzkrise in Zypern wieder das Sicherheitsbedürfnis vieler Investoren.
  • Weiter im Trend sind die seit Herbst 2010 leicht steigenden Preise und sinkenden Renditen am Wiener Zinshausmarkt: In den Regionen innerhalb des Gürtels muss man derzeit zumindest 1.200,- Euro pro m² bezahlen. In den Regionen außerhalb des Gürtels liegen die Preise durchschnittlich zwischen rund 900,- und 1.600,- Euro pro m². Eine Auswertung nach Preiskategorien zeigt: Die mit Abstand meisten Häuser, nämlich 41 Prozent, wurden zuletzt im Bereich von 1 bis 2,5 Millionen Euro verkauft, im Durchschnitt wechselt in Wien ein Zinshaus um 1,6 Mio. Euro den Besitzer.
  • Die erzielten Renditen sind zwar weiterhin auf niedrigem Niveau, werden aber gerade in Hinblick auf den vorgenannten Sicherheitsaspekt durchaus akzeptiert, allerdings abhängig vom Zustand und Vermietungsgrad des Hauses: Bei voll entwickelten und vermieteten Häusern wird eine niedrigere Rendite akzeptiert, bei Häusern, die diesbezüglich noch Potenzial, Investitionserfordernisse oder auch eine weniger gute Lage aufweisen, sollte die Ziel-Rendite nach Ansicht der Käufer entsprechend höher sein bzw. klar steigen.

Mit dem vorliegenden Zinshausmarkbericht hat die Research-Abteilung meines Unternehmens auch diesmal wieder mit der von uns entwickelten Methodik den gesamten Bestand der klassischen Wiener Gründerzeitzinshäuser erhoben und dabei neuerlich einen Rückgang registriert: Erstmals ist die Zahl der Wiener Zinshäuser durch Abbruch oder Umwandlung in Wohnungseigentum unter die Marke von 15.000 gesunken. Damit sind bedauerlicherweise nur mehr knapp 9% des gesamten Wiener Gebäudebestandes per definitionem klassische Wiener Zinshäuser aus der Gründerzeit.

Wie immer wünsche ich Ihnen an dieser Stelle eine interessante Lektüre unseres Marktberichtes, der diesmal einen historischen Rundgang durch insgesamt vier Wiener Bezirke bietet.


Dr. Eugen Otto MRICS

 

*Der Nachlauf ergibt sich aus jenen Kaufverträgen, welche im untersuchten Zeitraum abgeschlossen wurden, aber erst nach dem Zeitpunkt der Erhebung (hier also nach dem 15.02. des Folgejahres) im elektronischen Grundbuch zur Verfügung gestellt werden.