Marktbericht Büro

Sehr geehrte Damen und Herren!

„Der Wiener Büromarkt im Dornröschen-Schlaf“ oder „Gewerbliche Investoren warten auf bessere Zeiten“.
Solche und ähnliche Einschätzungen unseres Marktes konnte man zuletzt den heimischen Medien entnehmen. Und auch wenn wir in unserem Unternehmen die Situation nicht ganz so kritisch einschätzen: Der Wiener Büromarkt hat von der Konsolidierung der Wirtschaft im 1. Halbjahr 2011 noch nicht die erhofften Impulse bekommen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Metropolen, wie etwa Berlin, hat sich das Anspringen der Konjunktur am heimischen Büromarkt noch nicht bemerkbar gemacht. Dies belegen etwa die Zahlen für den Vermietungsmarkt, wo die Nachfrage 2011 klar hinter den Prognosen zurück liegen wird. Der für heuer zu erwartende Umsatz von 220.000 m2 bedeutet im langfristigen Vergleich der letzten 10 Jahre einen Rückgang von immerhin 22 Prozent. Obwohl durchaus zahlreiche Mietinteressenten am Markt sind, gestalten sich Verhandlungen auch für kleinere Flächen oft zäh und  dauern bis zu einem halben Jahr - und werden dann nicht selten im letzten Moment wieder abgebrochen.

Die größten Mietabschlüsse am Markt konnten überwiegend in Objekten erzielt werden, die für die neuen  Mieter maßgeschneidert saniert bzw. überhaupt generalsaniert werden. Für kleinere Flächen bis ca. 500/600 m2 haben sich zuletzt vor allem junge, expandierende IT-Unternehmen oder Personaldienstleister interessiert.

Konstant und stabil zeigen sich die Mietpreise: mit Durchschnittsmieten von EUR 12,10 sowie Spitzenmieten von EUR 24,50 netto pro m2 und Monat liegt Wien im unteren europäischen Segment, wie auch unsere Kollegen von Knight Frank in ihrem europaweiten Mietpreisvergleich erhoben haben. Die Spitzenmieten auf dem Büromarkt werden derzeit nur in generalsanierten Innenstadt-Objekten erzielt.

Am Investmentmarkt zeigt sich eine ähnliche Situation: Das Transaktionsvolumen kann heuer trotz vorhandener Nachfrage nicht an das Vorjahresvolumen von EUR 1,6 Mrd. heranreichen. Ursachen dafür sind das weitgehende Ausbleiben von Großtransaktionen ebenso wie die Tatsache, dass vielfach nur die – begrenzt vorhandenen – Top-Objekte nachgefragt werden. Käufer mit opportunistischem Profil auf der Suche nach risikoreicheren Anlagen sind am Wiener Markt noch selten. Trotzdem sind die Preise nach unseren Recherchen nicht unter Druck geraten, sodass wir bis Jahresende eine stabile Spitzenrendite von 5,25 Prozent erwarten dürfen. Besonders begehrt waren heuer neben Büro- auch Hotelimmobilien, weniger gefragt sind hingegen Handels- und Logistikimmobilien. Zum Käufer- und Interessentenkreis zählen weiterhin Investoren aus Österreich und zunehmend auch aus Deutschland.

Wie immer an dieser Stelle darf ich Ihnen für Ihr Interesse danken!
Ihr Dr. Eugen Otto

PS: Bei inhaltlichen Fragen oder Kommentaren zum Büromarktbericht freut sich Martina Paukner auf Ihre Rückmeldung: 

Martina Paukner
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